Darüberhinaus wechselwirken die Neutronen mit den magnetischen Momenten der Atome, die von der Elektronenhülle getragen werden. In einer magnetischen Substanz sind die magnetischen Momente gitterperiodisch angeordnet, und man erhält bei Erfüllung der Bragg-Bedingung wieder konstruktive Interferenz für die einzelnen Netzebenen.
Ist die magnetische Einheitszelle verschieden von der des Kristallgitters, so treten zusätzlich zu den Strukturreflexen rein magnetische Reflexe auf. Diese können voneinander unterschieden werden, indem man zwei Diffraktogramme, von denen eines oberhalb und eines unterhalb des magnetischen Phasenübergangs aufgenommen wird, vergleicht. Oberhalb des Phasenübergangs existiert keine magnetische Struktur, und es sind daher keine rein magnetischen Reflexe sichtbar.
Man gibt die Periodizität der magnetischen Struktur durch einen
Propagationsvektor q in Einheiten der Grundvektoren des reziproken
Gitters an. Die Elementarzelle einer antiferromagnetischen Struktur muß
kein ganzzahliges Vielfaches der kristallographischen Elementarzelle sein.
Eine solche Struktur bezeichnet man als inkommensurabel.
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Kapitel 4.6 |